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Den Storch gibt es sogar als Ausstecherle

Von Luzia Grimm Ein pfiffiger Storch mit Sektkelch in den Schwingen laedt zum Mitfeiern beim Großbottwarer Doppeljubilaeum ein. Dem Stadtwappentier wurde ein neues Design verpasst. Es ist als Festlogo ueberall, es gibt ihn sogar zum Essen und auch lebensgroß aus Holz. Kommsch auch, wenn Großbottwar feiert?, scheint der kesse Feststorch augenzwinkernd zu fragen. Er ist 2006 allgegenwaertig: auf Fahnen, Flyern, Briefboegen der Stadt, auf dem Etikett der Jubilaeumsweine und auf T-Shirts. Sogar zum Essen gibt es ihn und seit 8. Januar auch in Lebensgroeße aus Holz. Dass man den Storch jetzt im Jubilaeumsjahr 750 Jahre Stadtgeschichte und 450 Jahre Rathaus auch essen kann, ist den Landfrauen und einer Miteinanderaktion von Helga Faehnle zu verdanken. Bis die Idee vom Storch als Ausstechform als etwas Besonderes zum Jubilaeum allerdings verwirklicht war, das ist eine Geschichte fuer sich. Alles Moegliche gibt es als Ausstecher, bloß den Storch nicht, noch nicht einmal im Elsass, erfuhr die Vorsitzende der Großbottwarer Landfrauen bei ihrer Suche auch im Internet. Im Festbuero - es ist 200 Schritte vom Rathaus entfernt in der Hauptstraße 8 bei Bottwartal-Souvenirs untergebracht - hat Beate Lutz dann fuer Helga Faehnle den Storch vom Stadtwappen kopiert und vergroeßert. Metallbauer Thomas Stigler hat die Edelstahlstreifen gestiftet, aus denen Martin, der 29-jaehrige Faehnle-Sohn dann schließlich eine perfekte Storchenausstechform gemacht hat. Albertle-Teig, so hat Helga Faehnle dann herausgefunden, eignet sich am besten fuer den Storch zum Essen. Der durfte dann bei der Jubilaeums-Pressekonferenz und bei der Neujahrsbegegnung im Rathaus ganz offiziell probiert werden. Um 11 Uhr war er fertig und drei Stunden spaeter stand er vor dem Rathaus, verraet Andreas Baum ueber seinen lebensgroßen Storch. Kuerzlich hatte er seinen ersten Auftritt. Ganz begeistert sei Peter Traa, der Vorsitzende des Buergervereins MAG (Miteinander attraktives Großbottwar) von seiner Idee gewesen und habe ihm eine Zeichnung des Jubilaeumsstorchs ueberlassen, erzaehlt Baum. Philipp Baum, der Sohn des Schreiners, hat am Computer dann Plaene erstellt, damit der Vater den 1,20 Meter großen und 30 Kilo schweren Storch drechseln konnte. Eigens eine Storchenkarte gibt es zum Jubilaeum, mit der vorteilhaft Eintrittskarten, Gutscheine und Jubilaeumsartikel eingekauft werden koennen. Im Mai soll Großbottwar zum Storchengarten werden, wenn Schueler Stoerche gestalten, die dann in Vorgaerten und Hoefe des Staedtchens kommen. Der Storch war mal ein Schwan, das weiß in Großbottwar jedes Schulkind, sagt Buergermeister Rainer Gerhaeusser ueber das Stadtwappentier, das in diesem Jahr 471 Jahre alt ist. Bei Rathausfuehrungen erfahren Schulklassen vom Stadtoberhaupt, was es mit diesem allgegenwaertigen Storchen auf sich hat, der einstens ein Schwan war. Im Wappen, das die Stadt auf Geheiß von Herzog Ulrich 1535 zeichnen ließ, ist ein Storch im goldenen Schild. Es sind die Heraldiker, die Wappenforscher, die darauf bestehen, dass der Stadtwappenstorch auf die Wappen der Stadtgruender zurueckzufuehren sei. Hier kommen die Namen von Hoheneck, von Heinrieth und Lichtenberg ins Spiel, in deren Helmzier und Wappen der Schwan auftaucht. Vorher war man einfach davon ausgegangen, dass das Stadtwappen auf die vielen Stoerche zurueckzufuehren sei, die sich im Herbst im Winzerhaeusertal bei Großbottwar versammelten, das damals sogar Aipertal hieß. Aiper steht fuer Adebar. Adebar oder der Storch saß auch lange Zeit auf dem Großbottwarer Rathaus. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde dafuer der letzte Storchenkorb aus Weiden von Karl Assenheimer geflochten. Heute zeigt auf der Wetterkugel des Rathaustuermchens natuerlich ein Storch an, woher der Wind weht in Großbottwar.
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